„Bildschirmfrei bis 3“ – eine deutschlandweite Studie

Bildschirmfrei bis 3 ist eine Interventionsstudie die deutschlandweit durchgeführt wird. Sie liefert 1) interessante Angebote zur Gewinnung von Informationen sowie Ratschlägen zum Umgang mit digitalen Bildschirmmedien in der Kindheit. Die wichtigste Maßnahme von „Bildschirmfrei bis 3“ ist der Signalaufkleber, der bei der U5 in das U-Heft des Kindes eingeklebt wird:

Die Studie unterstützt 2) die Wissenschaft durch Ihre Hilfe. Sofern Ihre Kinderärztin oder Ihr Kinderarzt die PraxisApp „Mein Kinder- und Jugendarzt“ verwendet, werden Sie eingeladen, an den Befragungen teilzunehmen, die wir im Rahmen der Studie zur U5, U6, U7 und U7a durchführen.

Frequently Asked Questions

Grundsätzlich sollten Sie dort, wo Ihr Baby schläft und sich aufhält (auch wenn es bei Ihnen auf dem Arm ist) eine absolut medienfreie Zone etablieren, an die sich alle rücksichtsvoll halten. Bitten Sie Ihre größeren Kinder keine mobilen Geräte im Beisein des Kleinen zu nutzen und gewähren Sie auf der anderen Seite den Großen ihre verabredete Medienzeit, in der das Kleinkind dann nicht im Raum ist, wenn z.B. der Fernseher läuft.

Am besten versuchen Sie Kinder im Vorschulalter solange es geht von digitalen Medien fernzuhalten, da soziale, natürliche Begegnungen in diesem Alter viel wertvoller sind und „echte“ Erfahrungen bieten. Als minimale Richtlinie sollten Sie die von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung formulierten Empfehlungen zu den täglichen Mediennutzungszeiten von Kindern einhalten: Alter: 0-3 Jahre
Bilderbücher/Bücher regelmäßig Bilderbücher anschauen und vorlesen (ab etwa 6 Monate)
Hörmedien (Musik-CDs, -Dateien, Hörgeschichten) höchstens 30 Minuten
Bildschirmmedien (Fernsehen, Video, Computer, Spielekonsolen, Tablets, Smartphones) am besten gar nicht
Alter: 3-6 Jahre
Bilderbücher/Bücher regelmäßig Bilderbücher anschauen und vorlesen
Hörmedien (Musik-CDs, -Dateien, Hörgeschichten) höchstens 45 Minuten
Bildschirmmedien (Fernsehen, Video, Computer, Spielekonsolen, Tablets, Smartphones) zusammen höchstens 30 Minuten
Alter: 6-10 Jahre
Bilderbücher/Bücher regelmäßig vorlesen / lesen
Hörmedien (Musik-CDs, -Dateien, Hörgeschichten) höchstens 60 Minuten
Bildschirmmedien (Fernsehen, Video, Computer, Spielekonsolen, Tablets, Smartphones) zusammen höchstens 45–60 Minuten
Empfehlung: Damit andere Aktivitäten wie Bewegung, gemeinsame Familienzeiten und „klassische“ Spiele nicht zu kurz kommen, wird empfohlen, dass Kinder möglichst nicht täglich und dann nicht länger als die angegebenen Zeiten Bildschirmmedien wie Fernsehen, Computer, Spielekonsole wie auch Tablets und Smartphones nutzen. Und mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen heißt es am besten: Abschalten!

https://www.kindergesundheit-info.de/themen/medien/alltagstipps/mediennutzung/hoechstdauer/

Zunächst einmal müssen Sie es wirklich wollen, damit sie am Widerstand, der am Anfang vom Kind kommen wird, nicht wieder einknicken. Am besten ist es dann, das Gerät zu entfernen, oder zumindest „unsichtbar“ zu machen (z.B. mit einem Tuch über dem Fernseher). „Aus den Augen aus dem Sinn“ funktioniert in dieser Altersstufe noch sehr gut und wenn Sie dann noch eine kleine schöne Alternativtätigkeit haben, werden schnell keine Fragen mehr kommen.
Ja, denn es ist wichtig für die Oma und die zwischenmenschliche Bindung in der Familie. Ihr Kind wird wenig davon haben, dass merken Sie gerade am Anfang an der Irritation, die das Kind dem Gerät und der Oma entgegenbringt. Mit der Zeit erfolgt natürlich eine gewisse Gewöhnung, allerdings sollten Sie es jeweils bei einem kurzen Kontakt belassen, damit Oma das Enkelkind wahrnehmen kann und sich zu einem ausführlichen Gespräch zu einer anderen Zeit, wenn das Kind nicht vor Ort ist, verabreden.

Etablieren Sie ein Ritual für das Zubettgehen: Nach dem Zähneputzen ins Bett gehen, dort noch eine Geschichte erzählen oder vorlesen, ein Gute-Nacht-Lied singen und evtl. noch einen Spruch/Gebet für und später mit dem Kind sprechen. Dem Kind gute Nacht sagen und es dann in Ruhe lassen. Wenn es noch erzählt, zuhören, aber nicht mehr aktiv das Gespräch führt usw. So wenig Licht wie möglich im Raum lassen. Wenn das Kind Angst hat, ist eine kleine Kerze schöner als elektrisches Licht, aber das Kind auch an die Dunkelheit gewöhnen.

Kindern im Alter von 6 bis 9 Jahren sollte die freizeitliche Nutzung digitaler Bildschirmmedien höchstens 30 bis 45 Minuten an einzelnen Tagen gestattet sein. Dabei sollten Sie qualitativ hochwertige Inhalte, wann möglich immer gemeinsam mit ihren Kindern nutzen, und diese im Nachhinein besprechen. Die Altersempfehlungen sollten eingehalten und die Inhalte im Vorfeld auf die Eignung für das eigene Kind hin geprüft werden.

  • Kindern unter 9 Jahren sollte kein freier Internetzugang gewährt werden, auch nicht beaufsichtigt.
  • Ermutigen Sie ihr Kind, Freundschaften zu pflegen, Sport zu machen, ein Instrument zu lernen! Überraschend, aber wahr: Dies ist die beste Vorbeugung gegen Computerspiel-Sucht, Cyber-Mobbing, Gewalt, Pornos und Abzocke im Internet. Eine solide Verankerung im Leben, wirklicher Erfolg und echte Anerkennung schützen vor der Suche nach dem Ersatz in virtuellen Welten.
  • Keine Handys oder Smartphones im Grundschulalter! (allenfalls „Seniorenmodell“)
  • In den unteren Klassen sollten PC-Hausaufgaben große Ausnahme bleiben. Es gilt: Keine PC- und Internetnutzung ohne erwachsene Begleitung. Fordern Sie ruhig einen beaufsichtigten Medienraum an der Schule dafür ein.
  • Falls es nicht möglich ist, sich immer danebenzusetzen: Richten Sie für das Kind einen eigenen Benutzeraccount mit Zeitbegrenzung und Internet-Filtersoftware (Whitelist) ein.

https://www.medienratgeber-fuer-eltern.de/

Kindern im Alter von 9 bis 12 Jahren sollte die freizeitliche Nutzung digitaler Bildschirmmedien höchstens 45 bis 60 Minuten täglich gestattet sein. Dabei sollten Sie qualitativ hochwertige Inhalte, wann möglich immer gemeinsam mit ihren Kindern nutzen, und diese im Nachhinein besprechen. Die Altersempfehlungen sollten eingehalten und die Inhalte im Vorfeld auf die Eignung für das eigene Kind hin geprüft werden.

  • Kindern unter 9 Jahren sollten keine eigene Spielkonsole haben.
  • Sie sollten Kindern frühestens ab 9 Jahren, besser ab 12 Jahren, ein eigenes Smartphone mit eingeschränktem Internetzugang überlassen.
  • Kindern im Alter von 9 bis 12 Jahren sollten Sie nur beaufsichtigten Internetzugang gewähren.

Aus MedienLL

  • Vereinbaren Sie schriftlich Zeitbegrenzungen (z.B. sechs Stunden pro Woche). Es lohnt sich, Konflikte ruhig durchzustehen: Besser Zoff mit zehn als Sucht mit siebzehn!
  • Ohne Führerschein nicht an den Lenker eines Autos, ohne Abschluss eines 10-Finger-Tippkurses nicht an den PC. Klingt radikal, hat sich aber vielfach bewährt.
  • Ein guter Tipp für Familien mit Jugendlichen: gemeinsamer Internet-PC in der Wohnküche. Es gibt zwar mehr Verhandlungen, wer wann dran darf. Eltern behalten aber so den Überblick über Zeiten und Inhalte.
  • Falls es nicht möglich ist, sich immer daneben zu setzen: Richten Sie für das Kind einen eigenen Benutzeraccount mit Zeitbegrenzung und Internet-Filtersoftware (Whitelist) ein.

https://www.medienratgeber-fuer-eltern.de/

Kinder in diesem Alter sollten lernen:

  • … regelmäßig ihr eigenes Nutzungsverhalten zu reflektieren und ggf. anzupassen
  • … sich Ihrer eigenen Vorbildfunktion für die aktive und passive Bildschirmnutzung bewusst zu sein.
  • … in Gegenwart von jüngeren Familienmitgliedern auf die Nutzung digitaler Bildschirmmedien zu verzichten.
  • … im Falle einer übermäßigeren Internetnutzung, einen anerkannten medienbezogenen Selbsttest durchzuführen und sich ggf. professionelle Hilfe zu suchen.

Planen Sie ein Ferienprogramm mit Angeboten aber auch Frei-Zeiten, die Sie den Kindern gewähren. Je nach Saison und Wetterlage sind solche Zeiten auch geeignet, größere Projekte zu verwirklichen: eine Hütte im Wald bauen, den Garten auf Vordermann bringen, den Keller/Dachboden aufräumen und einen Flohmarktstand machen, ein großes Puzzle bauen, ein kleines Familientheater/Musikstück einstudieren und vor den Verwandten und Nachbarn aufführen…  

Auch bei schlechtem Wetter gibt es Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Generell ist es bei jedem Wetter (außer Unwetterwarnung) mit der richtigen Kleidung möglich rauszugehen. Sollte dies einmal nicht funktionieren, können Sie z.B. auch so Zuhause Abwechslung schaffen:

  • Zusammen basteln (ab 2 Jahre): es gibt Bastelbücher mit vielen Ideen, Upcycling (mit Klopapierrollen, Eierkartons, Korken etc.), Kartoffelstempel, Knete selbst Herstellen aus Mehl und Salz
  • Gemeinsam Lieder singen und Musik machen
  • Bilderbücher vorlesen und anschauen
  • Das Kind in die Alltagsarbeiten miteinbeziehen

Gewähren Sie Ihrem Kind viel Ruhe, aber keine elektronischen und digitalen Medien, da diese zusätzlich Kraft kosten, die Ihr Kind zum Gesundwerden braucht. Vermeiden Sie zu viele Sinnesreize von außen, was nicht heißt, dass man das Kind nicht mal „auf andere Gedanken“ bringen kann, um es von den Schmerzen abzulenken. Beobachten Sie ihr Kind gut, oft zeigen sie sehr genau, was sie brauchen und was nicht. Kennen Sie eigentlich schon unsere FeverApp? Dort finden Sie viele wertvolle Hinweise zur natürlichen Ressource Fieber und wie sie gut damit umgehen können.

Legen Sie feste Regeln fest, was wann wie lange gesehen werden darf, damit das Kind weiß, woran es ist, und achten Sie freundlich, aber bestimmt auf die Einhaltung der Regeln. Machen Sie das Gerät aus, wenn es nicht funktioniert. Sollte es längerfristig nicht funktionieren, stellen Sie den Medienkonsum des Kindes komplett ein, sorgen Sie für Tätigkeitsalternativen und lassen aber auch Langeweile beim Kind zu, dort entsteht oft viel Kreativität. Falls es geht, nehmen Sie das Gerät aus dem Blickfeld des Kindes, damit es nicht so oft ins Bewusstsein kommt und damit die Frage: „darf ich?“.

  • Digitale Aufenthaltsorte kennen und prüfen
  • Eigene Benutzeroberfläche für Kinder anlegen
  • Altersgerechte Software nutzen
  • App-Downloads beschränken
  • Filter für Suchmaschinen aktivieren>
  • Nutzungsdauer begrenzen
  • Über Persönlichkeitsrechte und Datenschutz aufklären
  • Offen über Gefahren sprechen.
https://www.sicher-im-netz.de/wie-eltern-ihre-kinder-im-netz-sch%C3%BCtzen-k%C3%B6nnen

Die FSK-Kennzeichnungen sind Leitplanken, die Eltern und Kindern Sicherheit aber keine pädagogische Altersempfehlungen bieten. Hierbei handelt es sich lediglich um die Öffnung gezeigter Inhalte für eine Altersgruppe.

Zuerst: überlegen Sie mal, wie viele Fotos Sie auf Ihrem Smartphone haben und wie oft sie diese wirklich anschauen. Das Fotografieren und Filmen sowie das Teilen der Fotos und Videos wird immer häufiger, weshalb es auch immer wichtiger wird, sich über die Gefahren des Internets im Klaren zu sein und sein Kind davor zu schützen. Außerdem kann das Fotografieren in einigen Momenten sehr störend sein, da der Fotografierende deutlich weniger aktiv am Geschehen teilnimmt. Selbstverständlich möchten Eltern einige Erinnerungen in Fotos oder Videos festhalten. Sie könnten sich an  einigen „wichtigen“ Tagen (Geburtstag, Weihnachten, Taufe, u.s.w) speziell einen Moment nehmen, um Fotos oder Videos zu machen. Den Rest des Tages gehört die Aufmerksamkeit der Familie. Achten Sie auch im Alltag auf Schnappschussmomente und sehen sie ansonsten davon ab.

Gerade bei den Großeltern stößt man oft auf die Schwierigkeit, dass Sie ihren Enkelkindern scheinbar alles erlauben, was sie Ihnen damals sicherlich nicht erlaubt hätten. Sprechen Sie mit Ihren Eltern/Schwiegereltern über Ihre Erziehungsgrundsätze und Vorstellungen und treffen Sie dann gemeinsame Verabredungen, beispielsweise auch auf den Konsum von Süßigkeiten bezogen.

Sie könnten vorab mit Ihren Freund*innen vereinbaren, dass die Treffen, soweit Ihr Kind dabei ist, komplett analog und ohne Verwendung von Smartphones etc. stattfinden. Dazu sollten Sie ihr Anliegen und die Gefahren von Bildschirmmedien im Alter von 0 bis 3 Jahren erläutern.

Auch hier müssen Sie bedenken, dass ihr kleines Kind erstmal nicht versteht, woher die Musik kommt und irritiert ist. Es versteht die Technik nicht und die Inhalte natürlich noch weniger und das bedeutet Stress für das Kind. Wenn Sie nicht darauf verzichten wollen, sollten Sie bei den Nachrichten und bei der Werbung das Radio stumm schalten.